Anja Altena


Vaginismus erleichtern durch Osteopathie

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Um zu verstehen, warum Osteopathie auch Vaginismus positiv unterstützen kann, sei kurz der Grundgedanke der Osteopathie erklärt:

Idealerweise kommunizieren die Gewebe des menschlichen Körpers über ihre Bewegung harmonisch miteinander. Wird die Beweglichkeit einzelner Körperstrukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven oder Organe eingeschränkt, kann dies zu Störungen, Schmerzen, Beschwerden und Erkrankungen führen. Die lebensnotwendige Bewegungsfähigkeit und Harmonie des Körpers zu bewahren oder wiederherzustellen ist das Ziel der Osteopathie.

Im Falle des Vaginismus liegt eine hyperaktive Beckenbodenmuskulatur vor, die der Patient bewusst kaum entspannen kann.
Da Nerven Muskeln innervieren, Muskeln an Knochen inserieren, kommt es bei Spannungsverhältnissen zu einem Ungleichgewicht. Um spezifisch herauszufinden, wo eine Blockade im System vorliegt, nehme ich als Osteopathin über Faszienzüge mit meinen Händen einen Befund auf. Faszien sind bindegewebige Strukturen, die unseren ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk dreidimensional von Kopf bis Fuss durchdringen.

Oft verspannt sich beim Vaginismus der ganze Becken, so dass ich zunächst die Beckenschaufeln, das Kreuzbein und die Lendenwirbelsäule behandle. Im Lendenbereich entspringt ein wichtiges Nervengeflecht, der Plexus lumbosacralis, aus dem sich der Nervus Pudendus abspaltet, der die Beckenbodenmuskulatur innerviert, insbesondere den Musculus levator ani.  Dieses Muskelgeflecht ist dafür verantwortlich, dass wir das Becken  in seiner Tiefe an- und auch wieder entspannen können.

Auch auf die Beckenorgane Blase, Gebärmutter, Enddarm und den darüber sich kräuselnde Dünndarm kann sich die Spannung des Vaginismus auswirken. Bewegen diese Organe sich untereinander nicht frei, ziehen sie über Bänder am Kreuzbein und an der Lendenwirbelsäule und somit auch an dem großen Nervengeflecht Plexus lumboscralis.

Es gilt daher für mich zu spüren, wo der Hauptspannungspunkt im Gewebe liegt und inwieweit sich der Vaginismus auf umgebende Körperstrukturen auswirkt. Hier setzt meine osteopathische Behandlung an. Sanfte manuelle Techniken helfen mir, das Gewebe sukzessive schmerzfrei zu lösen. Unterstützend für meine Behandlung ist,  dass der Patient sich und dem Gewebe Zeit für den Lösungsprozess gibt und den Heilungsprozess durch eigene Wahrnehmungsübungen zu Hause weiterführt.


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