ANJA ALTENA


ADS - ADHS -LEGASTHENIE

Auditive und visuelle Wahrnehmungsfähigkeiten ermöglichen uns Bilder unter anderem in Form von Buchstabengruppen aufzunehmen, zu Sätzen aneinanderzureihen und sie als Ganzes vorzulesen. Um diesen Prozess erfolgreich umsetzen zu können, müssen Augen und Ohren Ihres Kindes funktional zusammenspielen.

Beide Sinnesorgane liegen in Knochenstrukturen des Schädels. Diese können bereits im Mutterleib unter einer länger anhaltenden Kompression gestanden sein, beispielsweise bei bereits früh bestehender Steißlage, oder sowohl beim natürlichen Geburtsvorgang als auch bei einem Kaiserschnitt durch Hilfsmittel wie Zange oder Saugglocke zusammengedrückt worden sein.

Die Achsenwinkel der Augen verschieben sich hierdurch und wirken damit dysfunktional auf die Augenmuskeln und Augenkapsel ein, was wiederum die visuelle Sinnesweiterleitung auf die Sehrinde im Hinterkopf beeinträchtigt. Buchstaben verschwimmen oder fügen sich zu keinem einheitlichen Bild mehr zusammen. Dies erschwert Ihrem Kind sinngebend etwas wiederzugeben.

Da die Zange meist oberhalb des Ohrkanals ansetzt, können sich Hörprobleme einstellen. Zudem werden Austrittslöcher im Schädel komprimiert, aus denen Hirnnerven treten.

Auch der Kiefer ist knöchern mit den Schädelknochen verbunden, was Kieferfehlstellungen nach sich ziehen kann. Weiterlaufend führt dies zu faszialen Verspannungen, die sich auf die Zungenmuskulatur und damit auf die Sprache auswirken können.

Strukturelle Dysbalancen in Augen und Ohren führen meist zu funktionellen Einschränkungen, die verhältnismäßig leicht testbar sind. Wesentlich verborgener hingegen spielen sich physiologische Prozesse ab, die unsere Aufmerksamkeit und Konzentration beeinflussen.

Bei jeder Aktivität sind Zellen aktiv. Hirnzellen geben über Nervenleitungen Befehle weiter. Wieder andere Zellen geben Rückmeldung an das Gehirn über Stellungsveränderungen oder emotionale Zustände. Dabei aktivieren Drüsen Hormone und Transmitter, die für biochemische Prozesse verantwortlich sind.

Liegt in der Interaktion der unterschiedlichen Zelltypen eine Störung vor, ist der Zellstoffwechsel gestört. Der Körper führt eine Bewegung unkontrolliert aus oder der Mensch reagiert auffällig, weil Reaktionsmuster außerhalb der Norm liegen.

Unser System funktioniert annähernd reibungslos, wenn unsere Zellen über die Nahrungsaufnahme ausgewogen mit Proteinen, Kohlenhydraten, Mineralien, Spurenelementen, Enzymen und Vitaminen versorgt werden. Bevor unser Körper die Nahrung aufnimmt, erfolgt eine Nahrungsanalyse durch das Zusammenspiel dreier Hirnnerven.

Zudem muss unser Dünndarm in seinen einzelnen Schichten und Darmzotten aufnahmebereit sein. Pilze, Parasiten und chemische Stoffe aus der Nahrung (Farb- und Konservierungsstoffe) schädigen hingegen die Darmflora und beeinträchtigen den Stoffwechsel negativ. Gärungsprozesse in Form von Blähungen sind die Folge und eine anhaltende Minderversorgung mit lebensnotwendigen Nahrungsbestandteilen, die wiederum die Aktivität des Gehirns reduziert.

Unaufspaltbare  und damit unverdauliche Nahrungselemente im Darm erzeugen Fuselalkohol, den die Leber abbauen muss.

Die Leber wird auf diese Weise in ihrer Hauptaufgabe der Körperentgiftung dauerhaft zusätzlich belastet. Insbesondere der Eiweißstoffwechsel der Leber von Aminosäuren zu Ammoniak und dessen Umwandlung zu Harnstoff mit Ausscheidung über die Niere wird beeinträchtigt. Ist dieser Mechanismus gestört, steigt die Schadstoffkonzentration im Blut: Ammoniak gelangt auf diesem Weg ins Gehirn und lässt dort Hirnzellen anschwellen mit der Folge, dass sich Denk -und Verhaltensprozesse verändern.

Um aufmerksam arbeiten zu können, ist zudem ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus unabdinglich. Hierfür ist die Zirbeldrüse verantwortlich. Sie produziert das Hormon Serotonin und Melatonin, das unser Gefühlsleben mitsteuert. Melatoninmangel zeigt sich in emotionaler Unausgeglichenheit, innerer Unruhe bis hin zur Aggressivität.

Da die Zirbeldrüse mit der Hypophyse zusammenarbeitet, können sich seelische Blockaden auch auf das Längenwachstum auswirken.

Stress und Aggression erhöhen den Adrenalinspiegel im Blut. Neben Adrenalin bildet die Nebenniere unter anderem auch das Glückshormon Dopamin. Beide Hormone in einem ausgeglichenen Zusammenspiel aktivieren unseren Tatendrang, unser Interesse für eine Sache und unsere Zielstrebigkeit etwas zu beginnen, durchzuführen und zu vollenden. Dauerstress irritiert den Dopaminstoffwechsel und vermindert erfolgreiche Leistungen.

Zusammenfassend wirken sich diese physiologischen Prozesse auf meine osteopathische Behandlung dahingehend aus, dass ich mich in meiner Anamnese auf die embryologische Entwicklung Ihres Kindes, seine Geburt, frühkindliche Entwicklung und seine spezifischen Verhaltensmuster im Alltag verstärkt konzentriere. In meiner körperlichen Befundaufnahme und folgenden osteopathischen Behandlung lege ich ein spezifisches Augenmerk auf die angesprochenen Organe, Drüsen, deren umliegenden faszialen und knöchernen Strukturen und letztendlich auf die Einbindung in das ganze Körpersystem Ihres Kindes. Ziel ist es, Dysbalancen und Defizite auszugleichen und damit die Konzentration, Lernbereitschaft und den Erfolg Ihres Kindes zu fördern.